DER ZÜCHTER 

Der Züchter hat sich auf eine Rasse spezialisiert und bietet nicht mehrere Rassen gleichzeitig an.

Er gehört einem anerkannten Rassehundeverein an, der strenge Zuchtauflagen vorschreibt.

Ein guter Züchter besitzt eine überschaubare Anzahl an Hunden, von denen er jedem Einzelnen seine volle Aufmerksamkeit schenken kann.

Der Züchter stellt euch von Anfang an Fragen, die euch z.T. unangenehm erscheinen. Doch versteht bitte, dass ein seriöser Züchter nicht an Jeden und erst recht nicht am Telefon seine Welpen verkauft. Der Züchter erkundigt sich nach  den zukünftigen Haltungsbedingungen und dem derzeitigen Umfeld des Interessenten.

Mehrere Besuche im Kennel seitens des Interessenten vor dem Welpen- bzw. Hundekauf sind für den Züchter kein Problem.

Ein guter Züchter wird seine Zuchtstätte, seine Hunde, seine Erfolge und Welpen jederzeit mit Stolz und Freude herzeigen.

Der Züchter informiert nicht nur über die Vorzüge, sondern auch über kleine Schattenseiten der Rasse. Er nimmt sich ausreichend Zeit, eure Fragen zu beantworten, auch wenn ihr eventuell erst in ein paar Jahren euch einen Welpen anschaffen  wollt.

Die Hunde zeigen dem Züchter gegenüber deutlich erkennbare Zuneigung und unerschütterliches Vertrauen. Außerdem sind die Hunde zu jeder Zeit gepflegt und wirken entspannt und nicht nervös.

Den Hunden steht ausreichend Platz im Haus und Garten zur Verfügung. Alle haben Anschluss zur Menschenfamilie.

Die Schlafplätze der Hunde sind sauber.

Der Züchter nimmt jederzeit seine Welpen zurück, egal welchen Alters und steht auch immer mit fachgerechtem Rat und Tat zur Seite.

⇒ Der Züchter gibt keine „ausrangierten“ Hunde ab, die zur Zucht zu alt sind. Er behält diese und ermöglicht ihnen einen schönen Lebensabend in der gewohnten und vertrauten Umgebung.
(Autor unbekannt)

DAS ZÜCHTERLEBEN

Ein Züchter ist jemand, dem dürstet es nach Wissen und doch weiß er, dass er nie alles wissen wird. Er ringt mit Entscheidungen zwischen Vernunft, Herz und Verpflichtung.

Ein Züchter opfert persönliche Interessen, Finanzen, Zeit, Freundschaften, kostbare Möbel und einen wunderschön gestalteten Garten.

Er tauscht eine Luxusreise gegen Ausstellungen und das Erleben seines Rudels.

Ein Züchter verbringt Stunden ohne Schlaf, um eine Paarung zu planen oder mit Anspannung auf die bevorstehende Geburt zu warten und hinterher über jedes Niesen, Krabbeln und Quitschen zu wachen.

Ein Züchter verzichtet auf einen Kinobesuch, eine ach so tolle und wichtige Ausstellung usw., weil eine Geburt bevorsteht, oder die Welpen um 8 Uhr gefüttert werden müssen.

Der Schoß des Züchters ist ein großartiger Platz, auf dem Generationen von stolzen und edlen Hunden, die mehr als „Schön sein“ können, schlummern.

Des Züchters Hände sind stark, fest und oft schmutzig und doch wiederum sensibel für das Stupsen einer kleinen nassen Welpennase.

Des Züchters Rücken und Knie schmerzen gewöhnlich vom Bücken über die Wurfkiste und vom Hocken in ihr. Doch sind sie stark genug, seine Hunde und dessen Nachwuchs auf der Ausstellung zu führen, oder im Agility oder Schlittenhundesport  usw. zu trainieren.

Der Rücken des Züchters ist oft krumm und buckelig von der Niedertracht mancher Mitmenschen, die meinen über seine Hunde und ihn Lügen verbreiten zu müssen, und doch ist er breit und stark genug, tausende solcher Lügen mit einem stolzen  Lächeln zu ertragen.

Die Ohren des Züchters sind seltsame Gebilde; manchmal rot vom Gerede, manchmal flach vom Telefonhörer, manchmal taub von Kritik und dann wieder hellhörig für das Winseln eines kranken Welpen.
Die Augen des Züchters sind trübe vom Studieren der Ahnentafeln, manchmal blind gegenüber Fehlern anderer und doch so scharf in der Wahrnehmung der eigenen Fehler.

Das Gehirn des Züchters ist manchmal getrübt von Gesichtern und doch kann es eine Ahnentafel oder Geschichten über seine geliebten Hunde und Welpen schneller wiedergeben als ein Computer. Es steckt so voller Wissen, das er jederzeit auch anderen  großzügig zur Verfügung stellt.

Des Züchters Herz ist oft gebrochen, aber immer voller Hoffnung – und es sitzt am rechten Fleck.

Oh ja – es gibt solche Züchter und es gibt auch „Züchter“ ..………. Doch das ist ein anderes Thema!

 

Der Hobbyzüchter: Nur ein Ammenmärchen – oder gibt es ihn wirklich?

Per Definition ist ein Hobbyzüchter ein nicht gewerbsmäßig tätiger Züchter. D.h. die züchterische Tätigkeit unterliegt keiner Gewinnerzielungsabsicht.
Allzu häufig kommt es vor, daß ein potentieller Welpenkäufer nach Papieren fragt und die Antwort erhält, es gebe keine Papiere, weil die Hundezucht „nur“ aus Hobby betrieben werde.

Jetzt aber mal Hand aufs Herz: Würden Sie ein Auto von einem Händler kaufen, wenn Ihnen dieser erklärt, er habe keinen KFZ Schein für das Auto, weil er „nur“ Hobbyverkäufer sei?
Gewerbsmäßigen Züchtern ist grundsätzlich die Mitgliedschaft in Rassehundezuchtvereinen, die in einem allgemein anerkannten Dachverband organisiert sind, verboten. D.h. alle Züchter (deren Welpen selbstverständlich auch Papiere besitzen) sollen grundsätzlich und ausnahmslos Hobbyzüchter sein und mit ihrer Zucht keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen.

Die Rassehundezuchtvereine haben die Aufgabe, dies zu kontrollieren und Zuwiderhandlungen mit entsprechenden Konsequenzen zu ahnden.
Nun, wer nicht züchten oder ausstellen will, dem mag das Papier nicht wichtig erscheinen, und diese Haltung soll ihm grundsätzlich unbenommen bleiben.

Es lohnt sich jedoch zu bedenken: Das Papier ist nicht nur ein Schein, den man für die Ausstellung benötigt, sondern vielmehr ein Dokument, auf dem wichtige Informationen festgehalten sind:

– Papiere dokumentieren die Vorfahren bis in die dritte Generation
– Auf Papieren wird der Wurf und die dazugehörigen Informationen vermerkt
– Auf dem Papier werden zuchtausschließende Fehler vermerkt
– Vorbesitzer sind auf den Ahnentafeln vermerkt
– Zuchtzulassungen sind in der Ahnentafel vermerkt
– Bei Welpen mit Papieren wurden Zuchtkontrollen und Abnahmen durchgeführt

Jeder Züchter, der Wert darauf legt, daß die von ihm gezüchteten Welpen von einem Rassehundezuchtverein, der in einem anerkannten Dachverband Mitglied ist, ausgestellte Papiere haben sollen, unterwirft sich automatisch weitreichenden Zuchtregularien.

Die Einhaltung dieser Regularien wird von den Rassehundezuchtvereinen kontrolliert und durchgesetzt, zudem werden nur gesondert zugelassene und ausgewählte Tiere, die verschiedene Gesundheitschecks durchlaufen haben, in das Zuchtgeschehen eingebunden.

Erkundigen Sie sich, wie ein Papier für einen Hund korrekterweise aussehen sollte! Viele Papiere von angebotenen Welpen entspringen der Fantasie ihrer Aussteller und dem heimischen Laserdrucker – erkundigen Sie sich zur Vermeidung von Irrtümern am besten vorab bei den Rassehundezuchtvereinen oder bei den Dachverbänden, wie ein Papier aussehen sollte.

Massenvermehrer und skrupellose Tierhändler, die Bordeauxdoggen auf illegalem Wege nach Deutschland importieren und diese ggf. bei Zwischenhändlern platzieren, um den Anschein einer seriösen Zucht zu wahren, treten in letzter Zeit mehr und mehr in Erscheinung. Wir können nicht genug vor solchen dubiosen Quellen warnen. Es sind die Hunde, die letztendlich die Zeche bezahlen – mit ihrer Gesundheit.

Zudem findet man im Internet Vermehrer, die abenteuerliche Verpaarungen Bordeauxdogge x Bullmastiff oder Bordeauxdogge x Berner Sennenhund vornehmen und die Ergebnisse als Raritäten vermarkten.
„Rarität“ ist in diesem Zusammenhang nur insofern der angemessene Begriff, als daß kein Bordeauxdoggenzüchter, dem an einer gesunden, reinrassigen und wesensfesten Bordeauxdoggenzucht gelegen ist, jemals auf so einen absonderlichen Gedanken verfallen wird.

Auch ist es nicht ausgeschlossen, daß Inzuchtverpaarungen Mutter-Sohn, Schwester-Burder, Vater-Tochter vorgenommen werden; man spart die Deckgebühr, und die zu verpaarenden Hunde sind sofort verfügbar. Notfalls tut´s im Zweifel auch der Bernersennen Rüde. Hier werden zulasten der genetischen Basis Kosten gespart, und erst die zu erwartende horrende Tierarztrechnung wird dem Welpenkäufer einen echten Anhaltspunkt den Wahrheitsgehalt der gehörten Aussagen betreffend liefern. Vorher nämlich hat er keine Möglichkeit, die Aussagen dieser Vermehrer zu überprüfen und ist somit gezwungen, sich blind auf deren Wort zu verlassen.

Hier haben wir es, allen anderslautenden Beteuerungen, zum Trotz, mit dem krassen Gegenteil eines wahren Hobbyzüchters zu tun.

Wir erkennen dies an der Intransparenz der züchterischen Arbeit, die u.a in der Weigerung, korrekte Papiere zu liefern, ihren Ausdruck findet. Wo nur warme Luft oder handgestrickte Bescheinigungen über Herkunft und Abstammung der Welpen Auskunft geben, da sollten wir uns als Welpenkäufer tunlichst zurückziehen.

Auf der Suche nach dem gesunden und wesensfesten Welpen, der uns möglichst sein ganzes, langes Hundeleben lang mit seiner Vitalität und Lebensfreude mitreissen und anstecken soll, fahren wir bedeutend besser bei denjenigen Züchtern, die mit Stolz jedes Detail ihrer züchterischen Tätigkeit dokumentieren und vorzeigen, weil sie ihr dachverbandskonformes Engagement zu Recht als Leistungsausweis betrachten.

Nehmen wir diese Einstellung zum Zeichen: Hier ist er zuhause, der Hobbyzüchter.

Denn es gibt ihn doch.
© http://www.bordeauxdoggen-deutschland.de

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